Gelesen und gesehen

Stralsunder Hefte 2011

Posted in Allgemeines, Sachliteratur by ricardaknits on 13. Mai 2011

“Stralsunder Hefte für Geschichte, Kultur und Alltag“ 2011

Sicher werden sich einige noch daran erinnern, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr hier über die Stralsunder Hefte 2010 einige Worte verloren habe. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Ausgabe der noch jungen Reihe. Digitaldruck Kruse aus Stralsund, der Stralsunder VHS und vielen fleißigen Händen, welche am Entstehen der Zeitschrift mitgewirkt haben, ist es zu verdanken, dass diese Reihe in ihr drittes Jahr geht. Hoffentlich werden es noch mehr. Für das Jahr 2012 ist eine Ausgabe geplant und die Autoren sind schon wieder fleißig am Schreiben und Recherchieren.

In diesem Jahr gibt es in der Ausgabe einen Aufsatz über die Pilger, unter anderem, aber auch über die “Dunklen Stunden” der Stralsunder Kirchen. Wir haben ja drei wunderschöne große Pfarrkirchen und die barocken Hauben wollen so gar nicht zum gotischen Körper passen, obwohl wir es nicht mehr anders kennen. Blitzeinschläge, Funkenflug, Katastrophen haben dafür gesorgt, dass die Kirchen heute nicht mehr ihre gotischen Hauben haben und auch nicht mehr so hoch sind wie einst. Auch zur Volkswerft ist ein Aufsatz drin. Stralsund ohne die Werft ist kaum vorstellbar, schließlich ist sie zu DDR der Hauptarbeitgeber gewesen und ohne die Werft in der heutigen Zeit, würde es um Stralsund schlecht stehen. Schon interessant, was man noch alles über diese Werft lernen kann.

Ein großes Highlight in meinen Augen ist ein Aufsatz über die astronomischen und mathematisch-architektonischen Instrumente, die sich im Besitz des Kulturhistorischen Museums befinden. Es gab eine Sonderausstellung zu diesem Magazinposten und dabei wurden die meisten dieser Gegenstände erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wobei, so ganz stimmt das nicht, denn viele Gegenstände stammen aus der Sammlung Löwen, jener Sammlung, die schwedische Generalgouverneur in Pommern Axel Graf von Löwen 1761 per Testament der Stadt vermacht hat. Die Sammlung musste wenigstens einmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, was auch geschah, allerdings im 18. Jahrhundert. Danach ist Vieles leider in Vergessenheit geraten. Und mit Vergessen meine ich wirkliches Vergessen, man wusste nicht einmal mehr, was dieses oder jenes ist. Es wurde recherchiert, gemutmaßt und schließlich herausgefunden, um was es sich handelt. Wussten Sie zum Beispiel, wie die Architekten es schafften, die wunderbaren Säulentypen zu gestalten? Sie hatten dafür Stäbe, auf welchen sowohl die Proportionen als auch die Maße maßstabsgerecht abgelesen werden konnten. Mich hat es verwundert und gleichzeitig … Klar! Warum sollten sie es sich damals schwer gemacht haben? Schon klasse.

Insgesamt 15 Autoren haben an dieser Ausgabe mitgewirkt und so ist eine schöne Mischung über die Geschichte Stralsunds in Sachen Historie, Kultur und Alltag entstanden.

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  1. [...] Näheres dazu gibt es hier zu lesen: Stralsunder Hefte 2011 [...]


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