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	<title>Gelesen und gesehen</title>
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		<title>Gelesen und gesehen</title>
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		<title>Stieg Larsson: &#8222;Verblendung&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 17:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverfilmungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Stieg Larsson: &#8222;Verblendung&#8220; Schwedisch vs. Amerikanisch (Sonntag, den 15.01.2012) Am Sonntag kam ich in den Genuss, mir beide Verfilmungen kurz hintereinander zu Gemüte führen zu können. Daher hatte und habe ich den direkten Vergleich, der nur dann ideal wäre, hätte ich bereits das Buch gelesen. Das Buch hatte anfangs auf mich keinen Reiz ausgestrahlt. Ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=270&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="text-decoration:underline;">Stieg Larsson: &#8222;Verblendung&#8220; Schwedisch vs. Amerikanisch<br />
</span></h2>
<p><em>(Sonntag, den 15.01.2012)</em></p>
<p>Am Sonntag kam ich in den Genuss, mir beide Verfilmungen kurz hintereinander zu Gemüte führen zu können. Daher hatte und habe ich den direkten Vergleich, der nur dann ideal wäre, hätte ich bereits das Buch gelesen. Das Buch hatte anfangs auf mich keinen Reiz ausgestrahlt. Ich bin keine fanatische Krimileserin, die jede neuen Fall in sich aufsaugt, als bräuchte sie ihn wie die Luft zum Atmen.</p>
<p>Reiz hat das Buch erst jetzt auf mich, da mir durch beide Filme mehrere unterschiedliche Sichtweisen auf die Hauptcharaktere unterbreitet wurden. Wie hat Stieg Larsson eigentlich Lisbeth Salander angelegt? Wie ist der Larsson&#8217;sche Mikael Blomquist? Ist er mehr wie Craig Parker oder eher wie Michael Nyquist? Ist die Lisbeth wirklich eine junge Frau, die so dermaßen asozial ist, wie Rooney Mara oder doch eher eine in sich gekehrte realistische junge Frau mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn &#8211; nicht Rechtsverständnis &#8211; wie Naomi Rapace?</p>
<p>Fragen über Fragen, die nur das Buch lösen kann. Steht auf der Leseliste für dieses Jahr!</p>
<p>Wenn ich direkt gefragt werde, welcher Film mir besser gefallen hat, so fällt das Urteil ganz klar zugunsten der Schwedischen TV-Verfilmung aus. TV deswegen, weil es zwei Varianten gibt. Eine gekürzte Fassung wurde ins Kino gebracht und die längere fürs Fernsehen aufgearbeitet. Sie ist intensiver. Sie ist homogen. Sie glänzt durch Logik und sie glänzt dadurch, dass nicht beim ersten Auftauchen der Schauspieler klar wird, wer hier der Bösewicht ist und wer das Opfer. Rein von der Optik, rein vom Auftreten, rein von Mimik und Gestik ist das bei Hollywood bereits von Anfang an klar. Da liegt mit dem ersten Auftauchen von Stellan Skarsgård (Martin Vanger) und seinem ersten Lächeln bereits auf der Hand, dass er der Bösewicht ist. Wer sonst?</p>
<p>Der Journalist Mikael Blomquist, genannt Kalle Blomquist, wird schuldig gesprochen gegen den Wirtschaftsmagnaten Wennerström üble Nachrede begangen zu haben und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bis er seine Strafe antreten muss, bleiben sechs Monate Zeit. Wie Blomqist diese verbringt, ist ihm nicht wirklich klar. Entweder er macht als Journalist weiter oder aber er tut nichts. Ein Angebot von Seiten eines zweiten Wirtschaftsmagnaten, Henrik Vanger, enthebt ihn dieser Entscheidung. Vanger selbst recherchiert seit 40 Jahren das Verschwinden seiner damals 16jährigen Nichte, von der er glaubt, dass sie ermordet worden ist. Seit vierzig Jahren bekommt er zu seinem Geburtstag eine getrocknete Blume geschenkt, was zuvor seine Nichte stets getan hatte. So glaubt Vanger, dass der Mörder ein perfides Spiel mit ihm treibt. Mittlerweile ist er 82 Jahre alt und die Zeit zerrinnt ihm unter den Fingern. Da er Blomquist für einen fähigen Journalisten hält und weiß, dass dieser &#8211; trotz seines letzten Misserfolgs &#8211; zu recherchieren versteht, bietet er ihm an, die sechs Monate bis zum Haftantritt für ihn weiter nach dem Mörder seiner Nichte zu recherchieren, in der Hoffnung, ihm möge etwas auffallen, was er bislang übersehen hatte.</p>
<p>Anfangs weiß Blomquist nicht so recht, was er davon halten soll, bis Vanger ihm die Augen öffnet: Mikael hatte einen Sommer lang mit seinem Vater bei den Vangers verbracht. Das verschwundene Mädchen hatte auf ihn aufgepasst, sie war seine Babysitterin und er hatte sie wohl sehr gern. Nach und nach taucht in seiner Erinnerung auch diese Zeit wieder auf. Ihn packt die Neugierde, was es mit dem Tod des Mädchens auf sich hat.</p>
<p>Blomquist bekommt das ganze Material zur Verfügung gestellt und kann mit der Arbeit beginnen. Er recherchiert und entdeckt anfangs nichts Neues. Er stößt auch zum Teil auf Unverständnis. Dennoch bleibt er am Ball. Unvermutet wird ihm Hilfe aus dem Netz zu teil. Die junge Lisbeth Salander unterstützt ihn und gemeinsam setzen sie das Puzzle zusammen.</p>
<p>Was macht Hollywood? Ganz einfach &#8230; es legt die verschlungenen Beweise und verborgenen Hinweise so dermaßen offen zur Schau, dass man sich fragt, wie ein intelligenter Mann mit wachem Verstand und offenen Blick, wie Henrik Vanger, diese Hinweise nicht hat sehen können. In der Schwedischen Verfilmung sind diese Beweise kaum zu erkennen und dennoch vorhanden.</p>
<p>Man kann sagen, dass Hollywood ein wenig plump die Spuren legt und lenkt. Das heißt nicht, dass der Film schlecht ist. Er ist nicht wirklich schlecht. Er hat einiges, doch versprach der Trailer einen anderen Stil.</p>
<p>Kommen wir nun zu Lisbeth. Hollywood macht aus ihr einen kompletten Außenseiter. Ein Mädchen, dass so dermaßen asozial ist, dass man nur zwei Möglichkeiten hat: Man hasst oder man liebt sie. Ich schwanke hier noch. Ich verstehe allerdings nicht, warum man Rooney Mara für den Golden Globe nominierte, denn das war und ist es bei Weitem nicht wert! Sie ist rigoros, sie ist flapsig, sie zeigt keinerlei Regung! Ihr fehlt Menschlichkeit und zu einem kleinen Teil kann man sie skrupellos nennen! Sie ist ein Stereotyp. Die amerikanische Lisbeth ist austauschbar!</p>
<p>Die schwedische Lisbeth hingegen offenbart Menschlichkeit in ihren Regungen. Es wird klar, warum sie an Blomquist interessiert ist. Es wird klar, dass sie die Abgründe der Menschen kennt und sich gegen diese eigentlich zu wapnen weiß. Sie hat ein fundamentales Empfinden für Richtig und Falsch, selbst wenn Richtig nicht unbedingt mit dem Recht vereinbar ist. Sie ist eine junge Frau, mit der man mitfühlen und empfinden kann ohne an eine Stereotype zu denken.</p>
<p>Dass nebenbei noch ein Frauenmörder enttarnt wird, ist eine andere Sache. Wie es getan wird und was mit Harriet Vanger, jenem 16jährigen Mädchen, passierte, schreibe ich hier nicht weiter, falls jemand das Buch noch lesen möchte oder einen der beiden Filme zu sehen wünscht, soll ja nicht alles im Vorfeld verraten worden sein. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Achja: Man kann beide Filme beinahe eins-zu-eins übereinander legen und weiß, dass sich die Amerikaner nicht die Mühe gemacht haben, ein Buch zu verfilmen, sondern sich die Aufgabe stellten, einen ausländischen Film einem amerikanischen Publikum schmackhaft zu machen, indem sie ihn als Remake auf den Markt bringen und alles, was europäisch ist, herausnehmen, um es durch leicht nachzuvollziehende Eineindeutigkeiten zu belegen.</p>
<p>Ich empfehle übrigens den schwedischen Film. Sollte jemand beide schauen wollen: Bitte genau überlegen, ob erst Hollywood und dann Schweden oder umgekehrt. Sollte die Wahl auf nur einen Film fallen, dann bitte Schweden.</p>
<p>Eure Ricarda.</p>
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		<title>Kate Morton: &#8222;Der verborgene Garten&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 09:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Kate Morton: &#8222;Der verborgene Garten&#8220; (06. Juli 2011 &#8211; 07. Juli 2011) &#160; Wenn auf einem Taschenbuch der Aufkleber &#8222;Bestseller&#8220; prangt, sträuben sich meine Nackenhaare. Was macht ein Buch oder einen Roman zu einem Bestseller? Ab wann beginnt dieser Rubrik? Wie viele Auflagen muss es gegeben haben und wie viele Exemplare muss eine Auflage umfassen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=266&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="text-decoration:underline;">Kate Morton: &#8222;Der verborgene Garten&#8220;</span></h2>
<p><em>(06. Juli 2011 &#8211; 07. Juli 2011)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn auf einem Taschenbuch der Aufkleber &#8222;Bestseller&#8220; prangt, sträuben sich meine Nackenhaare. Was macht ein Buch oder einen Roman zu einem Bestseller? Ab wann beginnt dieser Rubrik? Wie viele Auflagen muss es gegeben haben und wie viele Exemplare muss eine Auflage umfassen, um zu einen Besteller zu erschaffen? Definiert sich der Bestseller über die Anzahl der Sprachen, in die der Roman übersetzt wurde oder ist es lediglich ein Lockstoff, um potentielle Käufer davon zu überzeugen, dieses und nur dieses Buch beim aktuellen Flanieren durch die örtliche Bücherlandschaft zu erwerben.</p>
<p>Ich habe keinen blassen Schimmer, doch kann ich mir, seit ich dieses Buch in meinem Besitz habe &#8211; seit dem 06. Juli um genau zu sein &#8211; einen kleinen Reim darauf machen. Die Originalausgabe erschien 2008 in London unter dem Titel &#8222;The Forgotten Garden&#8220;. Die deutsche Übersetzung stammt von 2009, im Mai 2010 wurde ein Taschenbuch verlegt und heute, 2011, Juli, haben wir die 16. Auflage. Schade, dass die Stückanzahl der Auflage aus dem Impressum nicht hervorgeht, doch beachtlich finde ich es schon.</p>
<p>Kurioserweise bin ich um diesen Roman seit etwa einer Woche herumgeschlichen; habe mir das Cover angesehen, fand es ansprechend und scheute mich dennoch. Als bekennende Liebhaberin der Kinderbuchklassiker von Frances Hodgson Burnett erinnerte mich der Titel sofort an &#8222;The Secret Garden&#8220;, ohne zu ahnen, dass diese Ähnlichkeit einen Grund hatte. Kurz zuvor hatte ich von den &#8222;Lost Gardens of Heligan&#8220; gehört und die interessante Geschichte dieser Gartenanlage verfolgt und wie aus dem Verlassenen Anwesen und dem traditionsreichen Garten ein fantastischer botanischer Garten viktorianischen Stils wurde. Ich komme aus einer Region, die diese Fülle an Gartenarchitektur im Laufe der Jahrhunderte nicht hatte. Wenn Schmuckstücke vorhanden waren &#8211; was definitiv der Fall war &#8211; so haben ihnen die letzten sieben/acht Jahrzehnte nicht sehr gut getan. Vieles wurde vernachlässigt, vieles den pragmatischen Bedürfnissen angepasst und daher ist der eigentlich Grundstock eines historischen Gartens kaum noch zu erkennen.</p>
<p>Ein Blick in das Buch hat mir dann die Kaufentscheidung leicht gemacht. Kate Morton hatte nicht nur eine persönliche Motivation diesen Roman zu schreiben, sondern auch einen bestimmten Schauplatz vor Augen: Einen Garten wie in Heligan, zumindest der Geschichte seiner Vernachlässigung nach. Auch Frances Hogdson Burnett kommt zum Zuge. Sie taucht im Roman auf und selbst die Geschichte der beiden Cousinen Rosa und Eliza erinnert ein wenig, aber auch nur ein wenig an Colin und Mary.</p>
<p>Der Inhalt ist schwer zu beschreiben. Schwierig, da jede Information einen Teil der Geschichte vorweg zu nehmen scheint. Erzählt wird die Geschichte Nell Andrews, die an ihrem 21. Geburtstag erfährt, dass ihr bisheriges Leben eine Täuschung war und sie nicht die ist, die sie seit Jahren glaubte zu sein. Nells 21. Geburtstag fällt ins Jahr 1930, doch die Geschichte beginnt bereits 1913 mit einem kleinen Mädchen, dass sich in einem Versteck aufhält und sich stets vor Augen führt, dass <em>Die Autorin</em> ihr gesagt hatte, sie solle bleiben, wo sie ist und niemandem ihrem Namen sagen. Warum? Diese Frage zieht sich durch den gesamten Roman? Wie kam das kleine Mädchen in sein Versteck, das sich als ein großes Schiff entpuppte, auf dem Weg nach &#8222;Amerika&#8220;, wie das Mädchen glaubte. Doch das Schiff fährt nach Australien.</p>
<p>Die Geschichte Nells wird nicht kontinuierlich erzählt und auch nicht allein. Mit den Augen von Nells Enkelin begibt sich der Leser im Jahr 2005 au eine Suche nach der Vergangenheit der im Alter von 95 Jahren verstorbenen Nell Andrews. Die Enkelin Cassandra Ryan, eine Mittvierigerin, macht sich auf den Spuren ihrer Großmutter auf die Reise, das Geheimnis ihrer Großmutter zu erkunden. Die Spur führt von Brisban nach England, auf den alten Herrensitz &#8222;Blackhurst&#8220;, der mehr als ein Geheimnis in seinen Mauern verbirgt.</p>
<p>Die Geschichte ist von einer gewissen Spannung, die nicht dadurch besticht, dass sich Aktion an Aktion reiht, sondern die durch das Gefühl im Leser erzeugt wird, genau so viel zu wissen, wie Cassandra und mit ihr die Spuren zu deuten und herauszufinden, ob die Vermutungen zutreffen oder nicht. Der Leser wird nicht in die Irre geführt oder hat auch nur annähernd den Eindruck von der Autorin an der Nase herumgeführt zu werden. Stückchenweise setzt sich das Puzzle Nell zusammen und am Ende ergibt ein durchaus überraschendes Gesamtbild.</p>
<p>Der Leser erlebt die Geschichte in mehreren Jahren. Kate Morton springt zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts, 1900, 1913/14, 1975 und 2005 hin und her, ohne den Leser zu verwirren. Angenehm übersetzt in einem gefälligen Stil ist es ein Buch, das idealer Lesestoff für den Strand ist. Abends würde ich davon abraten. Gute Bücher haben es an sich, den Leser dazu zu verleiten, nur noch ein Kapitel zu lesen, nur um dann festzustellen, dass aus nur einem Kapitel zehn geworden sind.</p>
<p>Ein fantastisches Buch, das zu kaufen und zu lesen, sich mehr als gelohnt hat.</p>
<p>Apropos Kate Morton: Sie ist eine australische Schriftstellerin, wurde 1976 geboren und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem Vorort von Brisbane.</p>
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		<title>Stralsunder Hefte 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 08:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Sachliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Stralsund]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Stralsunder Hefte für Geschichte, Kultur und Alltag“ 2011 Sicher werden sich einige noch daran erinnern, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr hier über die Stralsunder Hefte 2010 einige Worte verloren habe. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Ausgabe der noch jungen Reihe. Digitaldruck Kruse aus Stralsund, der Stralsunder VHS und vielen fleißigen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=263&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>&#8222;Stralsunder Hefte für Geschichte, Kultur und Alltag“ 2011</h2>
<p>Sicher werden sich einige noch daran erinnern, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr hier über die Stralsunder Hefte 2010 einige Worte verloren habe. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Ausgabe der noch jungen Reihe. Digitaldruck Kruse aus Stralsund, der Stralsunder VHS und vielen fleißigen Händen, welche am Entstehen der Zeitschrift mitgewirkt haben, ist es zu verdanken, dass diese Reihe in ihr drittes Jahr geht. Hoffentlich werden es noch mehr. Für das Jahr 2012 ist eine Ausgabe geplant und die Autoren sind schon wieder fleißig am Schreiben und Recherchieren.</p>
<p>In diesem Jahr gibt es in der Ausgabe einen Aufsatz über die Pilger, unter anderem, aber auch über die &#8222;Dunklen Stunden&#8220; der Stralsunder Kirchen. Wir haben ja drei wunderschöne große Pfarrkirchen und die barocken Hauben wollen so gar nicht zum gotischen Körper passen, obwohl wir es nicht mehr anders kennen. Blitzeinschläge, Funkenflug, Katastrophen haben dafür gesorgt, dass die Kirchen heute nicht mehr ihre gotischen Hauben haben und auch nicht mehr so hoch sind wie einst. Auch zur Volkswerft ist ein Aufsatz drin. Stralsund ohne die Werft ist kaum vorstellbar, schließlich ist sie zu DDR der Hauptarbeitgeber gewesen und ohne die Werft in der heutigen Zeit, würde es um Stralsund schlecht stehen. Schon interessant, was man noch alles über diese Werft lernen kann.</p>
<p>Ein großes Highlight in meinen Augen ist ein Aufsatz über die astronomischen und mathematisch-architektonischen Instrumente, die sich im Besitz des Kulturhistorischen Museums befinden. Es gab eine Sonderausstellung zu diesem Magazinposten und dabei wurden die meisten dieser Gegenstände erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wobei, so ganz stimmt das nicht, denn viele Gegenstände stammen aus der Sammlung Löwen, jener Sammlung, die schwedische Generalgouverneur in Pommern Axel Graf von Löwen 1761 per Testament der Stadt vermacht hat. Die Sammlung musste wenigstens einmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, was auch geschah, allerdings im 18. Jahrhundert. Danach ist Vieles leider in Vergessenheit geraten. Und mit Vergessen meine ich wirkliches Vergessen, man wusste nicht einmal mehr, was dieses oder jenes ist. Es wurde recherchiert, gemutmaßt und schließlich herausgefunden, um was es sich handelt. Wussten Sie zum Beispiel, wie die Architekten es schafften, die wunderbaren Säulentypen zu gestalten? Sie hatten dafür Stäbe, auf welchen sowohl die Proportionen als auch die Maße maßstabsgerecht abgelesen werden konnten. Mich hat es verwundert und gleichzeitig &#8230; Klar! Warum sollten sie es sich damals schwer gemacht haben? Schon klasse.</p>
<p>Insgesamt 15 Autoren haben an dieser Ausgabe mitgewirkt und so ist eine schöne Mischung über die Geschichte Stralsunds in Sachen Historie, Kultur und Alltag entstanden.</p>
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		<title>Herzflimmer (Telenovela &#8211; 2011)</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 19:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serien]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzflimmern 2011 Ihr könnte mich gerne schlagen, ich oute mich jetzt als jemand, der tatsächlich eine Telenovela gesehen hat. Autsch &#8211; ich meine &#8211; es versucht hat, ab und an. Sorry, aber ich komme an diese Form der Unterhaltung nicht heran. Das gute Stück heißt Herzflimmern und läuft schätzungsweise vier Wochen und ein wenig über [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=256&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Herzflimmern 2011</h2>
<p>Ihr könnte mich gerne schlagen, ich oute mich jetzt als jemand, der tatsächlich eine Telenovela gesehen hat. Autsch &#8211; ich meine &#8211; es versucht hat, ab und an. Sorry, aber ich komme an diese Form der Unterhaltung nicht heran. Das gute Stück heißt Herzflimmern und läuft schätzungsweise vier Wochen und ein wenig über den nachmittaglichen Bildschirm beim ZDF. Man sollte allem ja eine Change geben, dachte ich mir und habe mir einige der Folgen angesehen. Nachdem nun etwas mehr als 20 Folgen gelaufen sind, wage ich mich mal an eine Prognose: Diese Nachmittagsserie wird definitiv nicht alt werden, sollte nicht ein Wunder geschehen, die Protagonisten plötzlich Tiefe entwickeln und einige der Schauspieler wirklich schauspielern lernen. Überraschenderweise nimmt man Caroline Beil die Anästesistin im Trennungsjahr mit Teenager-Tochter am ehesten ab.</p>
<p>Hölzern wirkt ein Großteil der Charaktere. Doch ist das nicht das wirklich Problem an der Serie. Ich habe den Eindruck, dass den Charakteren keine Zeit gelassen wird, sich zu entwickeln. Gleich zu Beginn wird die Hochzeit zwischen der jungen Assistenzärztin und dem in der Seeklinik arbeitenden Sohn der Klinikchefin Lindner aufgeschoben, weil der jüngere Sohn selbiger welcher einen schweren Unfall hatte. Fast muss das Bein amputiert werden, wenn nicht der heldenhafte neue Doktor, der &#8211; durch einen dummen Zufall natürlich &#8211; gerade vor Ort ist, weil er mit dem juristischen Berater oder Finanzdirektor &#8211; er ist der &#8222;Fiesling&#8220; in der Truppe, der in angedeutete finstere Machenschaften verwickelt ist &#8211; etwas Wichtiges zu beraten hat. Selbstverständlich ist der neue Doktor ein psychisches Wrack, mehr oder minder. Jener neue Doktor vertritt selbst redend eine ganz eigene Meinung und entgegen des Rates zweier Kollegen verweigert Frau Dr. Lindner die Amputation des Beines ihres Jüngsten. Muttergefühl kontra Arzt. Dass der neue Doktor Recht hatte, steht nicht wirklich zur Debatte. Allerdings hat dies Folgen. Der neue Doktor bekommt die Stelle, auf die Dr. Lindners Sohn selbst spekuliert hat. Zwischen beiden Männern kommt es natürlich zu Kompetenzgerangel. Warum auch nicht?</p>
<p>Kurioserweise erholt sich der arme, fast amputierte Junge sehr sehr sehr schnell. Nicht einmal eine Verstauchung heilt so schnell ab. Aber, ich bin keine Medizinerin, was weiß ich schon davon. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, warum sich ZDF an solchen Daily Soaps versucht. Es ist bei weitem keine Schwarzwaldklinik und an die ARD-Erfolgsserie &#8222;IN aller Freundschaft&#8220; wird sie vermutlich auch nicht heranreichen. Es wäre eventuell zu überlegen, nicht einen festen Sendeplatz an einem Wochentag zu veranschlagen, die Drehbücher noch einmal in Hinblick Tiefe, Zwischenmenschlichkeit und Logik zu überarbeiten. Wenn sich eine berühmte Fachkraft für Wiederherstellungschirurgie, die &#8211; offensichtlich anhand ihrer Bewerbung und ihres Rufe &#8211; ein Faible für doch eher kosmetische Chirurgie besitzt, auf eine Stelle für einen noch nicht existenten Fachbereich bewirbt, muss etwas im Busch sein. So naiv, wie die Frau Dr. Lindner in dieser Situation reagiert, schien mir der Charakter gar nicht angelegt. Zweifel wären angebracht, ebenso Erkundigungen und Recherche, zumal es auf Empfehlung eines Juristen kam.</p>
<p>Die Rollen scheinen nicht nur klar verteilt zu sein, sie sind es. Ich habe keinen blassen Schimmer &#8211; wobei ich gestehen muss, einige Tage gemacht haben zu müssen -, ob sie die hölzerne Schauspielerin, welche eine der Krankenschwestern darstellen sollte, ausgetauscht oder eingespart haben oder ob sie lediglich in den letzten beiden Folgen, welche ich sah, keinen Auftritt hatte.</p>
<p>Achso, ich vergaß, eine &#8222;So gut wie&#8220;-Vergewaltigung gab es auch schon.</p>
<p>Ein Urteil kann und werde ich mir nicht erlauben. Ich mag die Sendung einfach nicht. Sie ist mir zu dünn, zu hastig und zu langsam &#8211; das schließt sich nicht aus. Auch wenn die Regel bei Serien heißt, dass sie stets einige Folgen als Anlauf brauchen, um zum einen ihr Klientel zu finden und zum anderen, auszuloten, wohin sie eigentlich wollen, klappt es bei dieser Serie nicht. Ihr Problem: Sie kommt täglich, bis aufs Wochenende.</p>
<p>Arztserien, wie &#8222;ER&#8220;, &#8222;Dr. House&#8220; &#8230; &#8222;In aller Freundschaft&#8220; funktionieren, weil sie eben nicht täglich kamen und kommen. Der Zuschauer hatte und hat stets das Gefühl, dass eine Episode abgeschlossen ist. Es gibt eine oder zwei konstante Größen, die über die Personnage funktionieren und den Zuschauer bei der Stange halten. Allerdings: Man wird weder übersättigt noch gehetzt. Doch gerade das Übersättigtsein und die Hektik machen diese Serie irgendwie langweilig.</p>
<p>Besonders aufgefallen ist mir einiges an Unlogik: Wieso schaut die Assistenzärztin so verärgert, verstimmt, angesäuert und betrogen, als sie erfährt, dass der neue Chefarzt eine Frau hat und diese in der Klinik auftaucht? Nirgendwo war im Plot angedeutet worden, dass die Assistenzärztin am neuen Arzt interessiert ist. Sie hat weder einen Grund, angesäuert zu reagieren, noch die enttäuschte und betrogene Liebhaberin zu spielen, zumal die Hochzeit lediglich aufgeschoben und nicht aufgehoben wurde.</p>
<p>Also in der Serie stimmt so einiges nicht. Und ich bleibe dabei: Ich bin mir nicht sicher, ob es am allgemeinen Plot liegt, an der Wahrscheinlichkeit, dass zu viele Autoren am Plot dichten oder aber an der teils sehr schlechten Leistung der Schauspieler. Letzteres möchte ich mit Vorsicht schreiben, da ich in diesem Metier nicht zu hause bin und daher möglicherweise etwas falsch sehen und interpretieren könnte. Natürlich ist es weder ein Shakespeare noch ein Goethe oder oder, doch ein wenig mehr Einfühlungsvermögen in die Charaktere wäre schon von Vorteil, sonst wirken sie &#8211; wie bisher &#8211; blank, stereotyp und das im negativsten aller Fälle.</p>
<p>Vielleicht noch ein kurzer Satz, der meine Einschätzung relativeren mag. Ich bin kein Fan von Daily Soaps, mit &#8222;Gute Zeiten Schlechte Zeiten&#8220; kann man mich jagen, &#8222;Unter uns&#8220; ist mir ein ewiges Rätsel, &#8222;Verbotene Liebe&#8220; ja, soll im ARD laufen, &#8222;Marienhof&#8220; und &#8222;Lindenstraße&#8220; nur dem Namen nach bekannt. Womöglich fällt meine Kritik auch so harsch aus, weil ich eben nicht der Daily-Soap-Konsument bin und mit viel zu großen Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Wenn letzteres der Fall ist: Die Fernseh-Götter mögen es mir verzeihen.</p>
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	</item>
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		<title>Ken Follett: &#8222;Die Säulen der Erde&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 22:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisierende Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Ken Follett]]></category>

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		<description><![CDATA[Ken Follett: &#8222;Die Säulen der Erde&#8220; (31. Oktober 2010 &#8211; 08. November 2010) &#160; Bahnhofsbuchhandlung. 1997. Das Buchcover ist ansprechend, die Kurzzusammenfassung ebenso. Der Lesestoff ist ausgegangen und zudem wurde mir das Buch damals empfohlen. Also habe ich es gekauft. Ich habe im Zug begonnen und bin über den Prolog und den sich anschließenden Bruch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=249&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Ken Follett: &#8222;Die Säulen der Erde&#8220;</h2>
<p><em>(31. Oktober 2010 &#8211; 08. November 2010)</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><img class="  " src="http://i956.photobucket.com/albums/ae41/Ricarda_07_Bilder/Buchcover/FollettSaeulen.jpg?t=1289254640" alt="Follett Saeulen" width="350" height="350" /><p class="wp-caption-text">Ken Follett: &quot;Die Säulen der Erde&quot;</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bahnhofsbuchhandlung. 1997. Das Buchcover ist ansprechend, die Kurzzusammenfassung ebenso. Der Lesestoff ist ausgegangen und zudem wurde mir das Buch damals empfohlen. Also habe ich es gekauft. Ich habe im Zug begonnen und bin über den Prolog und den sich anschließenden Bruch von immerhin elf Jahren nicht hinausgekommen. Die Zugfahrt war entsprechend kurz und das Buch landete im Regal, ganz oben und verkam zu einem Stauffänger.</p>
<p>2010: Im Fernsehen wird die Vorschau auf das TV-Movie-Ereignis des Jahres vermehrt hingewiesen. &#8222;Die Säulen der Erde&#8220; wurden verfilmt. Vier Teile und allesamt werden sie ab nächster Woche auf Sat.1 ausgestrahlt werden.</p>
<p>Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nur eines gibt: Entweder man mag das Buch oder man mag den Film. Zumindest bei den &#8222;modernen&#8220; Romanes ist dies der Fall. Es sei dahingestellt, ob die Romane nun zur historisierenden Literatur zählen oder zur Sciene Fiction oder realen Belletristrik. Modern ist hier im Sinne von in den letzten 50 Jahren geschaffen.</p>
<p>Die Begeisterung für das Buch ist ja bekannt und daher dachte ich mir, dass ich dem Buch noch einmal eine Chance gebe. Es sind immerhin 13 Jahre vergangen und vielleicht fehlten diese 13 Jahre, um einen Zugang zum Buch zu bekommen. Der Hype war und ist ja eigentlich vorbei. Bevor ich mir also den Film/die Filme antue, lieber das Buch gelesen.</p>
<p>Schmuckloses Fazit: 1151 Seiten. Von diesen habe ich 900 gelesen. Die restlichen 251 habe ich überblättert. Von diesen 251 Seiten befanden sich 200 in den ersten 600 Seiten. Danach wurde es spannend. Nun mag der Eindruck entstehen, dass sich Ken Follett die ersten 600 Seiten hätte sparen können, dem ist allerdings nicht so. Follett braucht diesen langen Vorlauf, um die Charaktere einzuführen. Sicher wäre es auch anders gegangen und ich befürchte ernsthaft, wenn Follett dieses Mammutwerk einem deutschen Verlag angeboten hätte, dass dieser rigoros mit der Begründung abgelehnt hätte, dass die Story zu langatmig ist, es um gut ein Drittel gekürzt werden muss und dergleichen mehr. Das ist von mir jetzt eine Behauptung, doch aufgrund der Tatsache, dass die Übersetzung eines Buch wie &#8222;Harry Potter und der Stein der Weisen&#8220; eigentlich nur deswegen in Deutschland zustande kam, weil der Entscheidungsträger gerade erst aus dem Erwachsenen-Sektor gekommen ist, und sich nicht darüber im Klaren war, dass Kinderbücher nicht nur aufgrund des Inhalts, sondern auch und vor allem aufgrund der Länge angenommen oder abgelehnt werden, traue ich einigen Verlagen ein solches Verhalten durchaus zu.</p>
<p>Ich bin kein begeisterter Fan der weitschweifigen Art Folletts, die dieser in den ersten 600 Seiten an den Tag legt. Ich stand kurz davor, das Buch wieder aus den Händen zu legen, wenn es nicht Aliena gegeben hätte, die Tochter des zum Verräter abgestempelten ehemaligen Grafen von Shirling. Die Sache mit der Kathedrale war, und ist es noch, in meinen Augen nur ein roter Faden, der das räumliche Zentrum und den groben Zankapfel der Geschichte darstellt. Interessant ist Aliena. Hätte es diesen Charakter nicht gegeben, hätte das Buch für mich den Reiz verloren. Sie hat mich zum Weiterlesen angespornt und das mit Erfolg. Am Ende war klar, dass Follett diesen ganzen Wust an Informationen, kleinen Begebenheiten der ersten 600 Seiten brauchte, um den Charakteren ein geeignetes Fundament zu geben. Ohne diese gesamten Vorabinformationen, wäre Vieles nicht schlüssig gewesen. Zu komplex sind die politischen und persönlichen Verwicklungen des Einzelnen. Was mich gestört hat, extrem, waren die eingestreuten Erotik-Szenen. Ich hatte den Eindruck, dass sie das Bild stören würden, selbst wenn sie nur dann eingeflochten wurden, wenn William Hamleigh ins Spiel kommt und der Autor ihn als rohes, brutales, bösartiges Monster darstellt, der schaltet und waltet wie er will. Es ist nicht zu viel verraten, dass William der Schurke ist.</p>
<p>Rettender Engel und ein Ausbund an Mildtätigkeit ist Prior Philipp, auf dessen Idealen die zu bauende Kirche gründet. Er möchte ein Gotteshaus und er setzt sein ganzen Streben daran, ein Haus zu errichten, welches Gott würdig ist. Ihm zur Seite stehen nacheinander zwei ebenso fanatische Verfechter des Kirchenbaus: Tom Builder und sein Stiefsohn Jack Jackson. Während Philipp jedoch als Ziel hat, eine Kirche um Gottes Willen zu errichten, baut Tom Builder die Kirche um der Kirche willen. Es ist die größte Herausforderung für einen Baumeister eine Kathedrale zu errichten. Hier kann er sein ganzen Geschick, seine ganze handwerkliche Kunst hineinlegen und sein wahres Meisterwerk schaffen. Jack ist in diesem Fall nicht anders.</p>
<p>Was mich im Nachhinein beeindruckt hat, war die fundierte Kenntnis Folletts über die Funktionsweise einer Dombauhütte, wie sich im Mittelalter die Machtkonstellationen in Städten, Niederlassungen, Handwerkergilden, auf Märkten etc. gestaltete. Das alles strahlte schon eine gewisse Faszination aus. Follett bedankt sich am Ende bei den Menschen, die ihn fachkundig betreuten.</p>
<p>Fazit: Ein schwer einzuschätzendes Buch, das auf den ersten Blick ein Konglumerat aus wenigsten drei historischen Romanen bildet. Zumindest hätte man drei daraus machen können. Ein Querschnitt durch die Dinge, die in England des 12. Jahrhunderts, als mit dem Tod Heinrichs I. und dem vakanten Thron ein Erbfolgestreit ausbrach, der erst Jahre später durch einen Kompromiss zwischen Stephan von Blois, einem unehelichen Sohn Heinrichs I., und Heinrich II., einem Enkel Heinrichs I., vom Tisch gefegt wurde. Auch die Ermordung von Thomas Becket kommt nicht zu kurz. An alles ist gedacht. Nur die anfängliche Trägheit der Erzählung und das eigentümliche Gefühl, vom Autor nicht durch die Geschichte geleitet zu werden, sondern selbst seinen Weg suchen zu müssen, haben einen ernüchternden Nachgeschmack bei diesem Buch hinterlassen.</p>
<p>Alles in allem: Augen zu und durch die ersten Kapitel durch und dann wird es interessant und kurzweilig. Die letzten 500 Seiten haben durchaus Magnetcharakter. Doch zu diesen 500 Seiten muss man erst einmal kommen. Es lohnt sich durchzuhalten. Wenn ich fünf Sterne verteilen könnte, würde ich dem Roman &#8222;Die Säulen der Erde&#8220; drei und einen halben geben. Drei sind zu wenig und vier wären zu viel. Ich bedaure es nicht, das Buch gelesen zu haben, doch wahrscheinlich wird es erneut 13 Jahre als Staubfänger auf dem Regal verbringen müssen, bevor ich es ein zweites Mal lese.</p>
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		<item>
		<title>Donna Leon: “Endstation Venedig”</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 21:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalliteratur]]></category>

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		<description><![CDATA[Donna Leon: &#8222;Endstation Venedig&#8220; (Oktober 2010) Es war Commissario Brunettis zweiter Fall und ich muss gestehen, hätte ich diesen zuerst gelesen, Donna Leon und Commissario Brunetti wäre nicht länger mein Fall gewesen. Wäre dieser der erste gewesen, hätte ich mich dem zweiten gar nicht zugewandt. Warum? Träge. Zwar lernt der Leser wiederum einen Teil der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=246&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Donna Leon: &#8222;Endstation Venedig&#8220;</h2>
<p><em>(Oktober 2010)</em></p>
<p>Es war Commissario Brunettis zweiter Fall und ich muss gestehen, hätte ich diesen zuerst gelesen, Donna Leon und Commissario Brunetti wäre nicht länger mein Fall gewesen. Wäre dieser der erste gewesen, hätte ich mich dem zweiten gar nicht zugewandt. Warum? Träge. Zwar lernt der Leser wiederum einen Teil der Familie kennen, wie sie tickt und wie die familiären Beziehungen und Abhängigkeiten sind. Der Leser erfährt auch, inwieweit Brunettis Schwiegervater in die wirtschaftliche Politik Venedigs und Italiens involviert ist. Und wenn es nicht täuscht, ist zu heute kaum ein Unterschied. Donna Leon hat ausgezeichnet beobachtet und es wird klar, warum Brunettis Fälle nicht ins Italienische übersetzt worden sind und warum die Autorin unerkannt in Venedig lebt.</p>
<p>Eines bleibt zu sagen, für dieses Buch habe ich sehr lange gebraucht. Wie gesagt: Es dümpelt vor sich hin. Ich hätte mir mehr über den Mailänder Industriellen gewünscht, der Opfer eines Raubes kostbarer Gemälde geworden ist. Aber &#8230; man kann nicht alles haben.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Donna Leon: &#8222;Venezianisches Finale&#8220;</title>
		<link>http://ricardasbooks.wordpress.com/2010/10/19/donna-leon-venezianisches-finale/</link>
		<comments>http://ricardasbooks.wordpress.com/2010/10/19/donna-leon-venezianisches-finale/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 20:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Donna Leon]]></category>

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		<description><![CDATA[Donna Leon: &#8222;Venezianisches Finale&#8220; (Oktober 2010) Normalerweise ist es bereits zu spät, um auf den fahrenden Zug des Commissario Brunettis aufzuspringen. Seit 1992 ermittelt er und seit 1993 auch in deutscher Sprache. Eigentlich ist es wirklich zu spät, denn mittlerweile gibt es seinen achtzehnten Fall auf Deutsch und sein neunzehnter ist bereits in Englisch erschienen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=242&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Donna Leon: &#8222;Venezianisches Finale&#8220;</h2>
<p><em>(Oktober 2010)</em></p>
<p>Normalerweise ist es bereits zu spät, um auf den fahrenden Zug des Commissario Brunettis aufzuspringen. Seit 1992 ermittelt er und seit 1993 auch in deutscher Sprache. Eigentlich ist es wirklich zu spät, denn mittlerweile gibt es seinen achtzehnten Fall auf Deutsch und sein neunzehnter ist bereits in Englisch erschienen. Doch wie derjenige, der mich kennt, sofort bemerkt: Normalerweise, eigentlich &#8230; alles Einschränkungen, die zeigen, dass es Abweichungen vom angenommenen Verhalten oder Zustand gibt.</p>
<p>Nun, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich habe es nun endlich geschafft, einen Commissario Brunetti-Roman zu lesen. Selbstverständlich den ersten. Schließlich beginnt man ja am Anfang und nicht in der Mitte. Es kann ja passieren, dass sie Donna Leon als eine der Autorinnen von Reihen entpuppt, die sich nicht bei jedem Roman wiederholen und die im ersten Teil genannten Eigenarten des Hauptakteurs dem Leser immer und immer wieder vor den Latz knallen. Und außerdem gibt es ja &#8211; was wiederum typisch für eine Reihe ist &#8211; kontinuierlich auftauchende Nebencharaktere, die ein Eigenleben haben und nicht selten ein solches erst in Buch vier oder siebenzwanzig entwickeln. Diesen Sprung von reiner Staffage zur fiktiven Existenz möchte ich nicht verpassen. Also der Beginn ist ein netter Anfang. Oder ist der Anfang ein netter Beginn? Bevor ich hier ins Philosophieren gerate, kehre ich lieber zum Commissario zurück.</p>
<p>Er gefällt mir. Kurz und knapp. Er gefällt mir und ich habe nichts dagegen, den zweiten Roman, der sich bereits auf meinem Schreibtisch befindet, zu lesen. Es macht Spaß mitzuraten und es ist ein Vergnügen, zu erkennen, wie richtig man doch liegt, mehr oder weniger.</p>
<p>Venizianisches Finale führt den Leser ins klassische Venedig, ins Venedig der klassischen Musik. Schließlich wird ein Star-Dirigent getötet. Nicht irgendein Star-Dirigent, sondern DER Wellauer, ein deutscher Dirigent der alten Klasse, der alten Schule, der wenig beliegt ist, was sich darin äußert, dass beinahe jeder ein Motiv hat. Der Schlüssel und das eigentliche Motiv der Tat liegt, so weiß Brunetti im Wesen des Opfers. Und um dieses Wesen des Opfers zu ergründen, stochert Brunetti tief. Er bringt Geheimnisse über den Maestro ans Tageslicht, die er so nie erwartet hätte.</p>
<p>Ich möchte der Lösung des Falles nicht vorweggreifen und auf Motive anspielen oder Verdächtige nennen. Selbst wenn dieser &#8211; wie die meisten anderen Fälle &#8211; in der Donna-Leon-Reihe fürs Fernsehen verfilmt wurden &#8211; kennt der eine oder andere sie vielleicht noch nicht. Nur so viel: Der Täter, der auf der Hand liegt, ist der erste auf Brunettis Liste und gleichzeitig auch der unwahrscheinlichste. Irgendetwas stimmt an diesem Fall nicht und Brunetti braucht eine Zeit, um dahinterzukommen. Der Leser übrigens auch.</p>
<p>Ein kurzweiliges Lesevergnügen, dass auch die menschliche Seite des Commissarios, die Familie des Mannes, seine Schwäche und seine Verwunderungen, nicht außer Acht lässt. Ich mag den Mann einfach, bereits von der ersten Zeile an, zumindest der ersten Zeile seines Auftretens. Nur ein Problem hat das Buch. Man sollte es nur dann beginnen, wenn man weiß, dass man genügend Zeit fürs Lesen hat, sonst ist man gezwungen, das Buch aus der Hand zu legen, bevor es zuende ist. Und das geht nun wirklich nur sehr sehr schwer.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Emma (BBC &#8211; 2009)</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 17:15:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturverfilmungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Emma (2009) Kurzweilig und charmant umgesetzt ist diese Variante von Jane Austens Emma, die BBC 2009 im Serienformat (4 Teile) herausgebracht hat. Als Emma Woodhouse ist Romola Garai, eine junge Schauspielerin, die ich bisher nicht bewusst wahrgenommen habe. Sie hat in Dirty Dancing (II) mitgewirkt und daran erinnere ich mich nur insofern, dass die Hauptdarstellerin [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=240&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><em>Emma (2009)</em></h2>
<p>Kurzweilig und charmant umgesetzt ist diese Variante von Jane Austens Emma, die BBC 2009 im Serienformat (4 Teile) herausgebracht hat. Als Emma Woodhouse ist Romola Garai, eine junge Schauspielerin, die ich bisher nicht bewusst wahrgenommen habe. Sie hat in Dirty Dancing (II) mitgewirkt und daran erinnere ich mich nur insofern, dass die Hauptdarstellerin eine sehr große Person war, die ein wenig unbeholfen herüberkam. Der Wiedererkennungseffekt kam reichlich spät und war auch gut so. Hätte ich vorher gewusst, dass beide Damen identisch sind, hätte ich diesen Film vermutlich mit Vorurteilen gesehen.</p>
<p>Aufmerksam wurde ich auf den Film nämlich erst durch zwei Kritiken auf Amazon, wie sie gegensätzlicher nicht sein konnten. So heißt es in einer, dass diese Emma-Verfilmung perfekt sei und die Darsteller ideal etc. während die andere über die plumpe und bäuerliche Art der Darstellerin von Emma Woodhouse lästerte und die Aussage traf, dass Harriet Smith um Längen intelligenter blicken würde als Miss Woodhouse. Mit zwei solch gegensätzlichen Meinungen im Hinterkopf sah ich mir die Serie an und bin &#8230; sehr angetan. Dieser Film ist detailgetreu. Die Darsteller sind akribisch ausgewählt und sie haben Schwächen und Fehler, wie Jane Austen erzählt. Wenn die Aussage von Jane Austen über Emma gegenwärtig bleibt, so wollte sie mit Emma Woodhouse einen Hauptcharakter schaffen, den man erst nach und nach gern hat, er sollte unsympathisch sein und eigentlich sollte man ihn am Anfang hassen.</p>
<p>In dieser Verfilmung kommt Emma Woodhouse gerade im ersten Teil sehr unsympathisch herüber. Sie erscheint launisch, neidisch, eifersüchtig und alles andere als sympathisch. Die Erinnerung an das Buch ist allgegenwärtig, was wunderbar ist. Erst nach und nach lernt man die netten Seiten von Emma kennen. Man erkennt und versteht, warum sie so launisch herüberkommt, ab und an. Ihr wurde nach der Heirat ihrer Schwester freie Hand gelassen. Ihr übervorsichtiger Vater, ein Hypochonder, tut sein übriges. Die ständige Angst, auch noch Emma zu &#8222;verlieren&#8220;, ist allgegenwärtig. Sie sonnt sich in Aufmerksamkeit und genießt es sehr, wenn sie diejenige ist, der die Aufmerksamkeit zukommt. Schließlich muss sie daheim ihre Aufmerksamkeit völlig auf den Vater richten.</p>
<p>Wunderbar ist der Anfang, der zeigt, wie sich das Schicksal dreier junger Menschen, die allesamt in Highbury und Umgebung die ersten Jahre ihres Lebens verbracht haben und rein vom Alter her gar nicht so weit auseinander liegen. Emma Woodhouse, Jane Fairfax und Frank (Weston) Churchill werden hier dargestellt, dass sie sich als Kinder bereits kannten, zumindest vom Sehen her. Jane Fairfax wurde als Waisenkind in die Obhut der Familie eines Colonels gegeben. Ihre Familie, die Familie Bates, muss in finanzieller Hinsicht durch den Tod des Vicars Bates einen herben Verlust hinnehmen. Miss und Mistress Bates sind folglich verarmt und müssen sich einschränken, sodass sie ihrer Nichte und Enkelin durch die Weggabe ein besseres Schicksal ermöglichten. Jane ist also fort. Ebenso Frank Churchill, der nach dem Tod seiner Mutter durch deren Schwester nicht nur vom Vater weggeholt wird, sondern eigentlich gezwungen wird, seine Identität aufzugeben, indem er er den Namen der Tante annimmt. Er wird ihr Erbe und ihr verwöhnter Neffe. Auch er verschwindet aus Emma Umfeld. Während man von Jane Fairfax stets Neuigkeiten hört und Emma ihre Fortschritte stetig unter die Nase gerieben werden, rückt Frank Churchill erst wieder ins Bewusstsein, nachdem Emma Gouvernante, Miss Taylor, Franks Vater heiratet und so die neue Mistress Weston, also Franks Stiefmutter wird.</p>
<p>Die Wege der drei jungen Leute kreuzen sich wieder, als Emma 21 Jahre alt ist und sich der Wohlsituiertheit ihrer Lage lediglich ab und an bewusst ist.</p>
<p>Die Einleitung erfolgt behutsam und sehr detailliert, was definitiv nicht schlecht ist. So ist man bei dieser Verfilmung nicht auf Vorkenntnisse angewiesen, was bei den anderen Verfilmungen durchaus angebracht ist.</p>
<p>Überraschend ist die Darstellung der Harriet Smith. Sie ist süß und lieblich. Ja, lieblich ist das recht Wort. Harriet kommt so süß und folgsam herüber wie im Buch beschrieben. Es ist ab und an auch sehr deutlich, wie schlecht Emma Harriet eigentlich behandelt. Obwohl Emma der Ansicht ist, dass Harriet die natürliche Tochter eines Gentlemans ist, vergessen weder sie noch Harriet, was Status und Stellung von beiden verlangen. Sie ist Harriet nur im Hintergrund, wenn Emma mit Mistress Weston agiert oder so trägt Harriet auch stets die schwereren Körbe.</p>
<p>Hoffährtig wird Harriet erst, als sie glaubt, Mr. Knightley würde sie lieben. Sie glaubt, sie sei der Liebe dieses Mannes würdig, nachdem Emma ihr unbewusst zugeredet hat. Erst nach diesem Erleben fällt das Mädchen wieder zurück in ihren sozialen Kreis, ohne dass die Freundschaft zwischen Emma und Harriet auf Dauer gefährdet wurde. Dass sich zwischen beiden Frauen eine Einschränkung des Kontakts anbahnt, deutete sich bereits an, als Emma und Jane untereinander Verstehen erkennen. Und Jane Fairfax liegt sehr deutlich in Emmas Nähe.</p>
<p>Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Macher dieses Filmes nicht nur von Jane Austens &#8222;Emma&#8220; haben inspirieren lassen, sondern auch bei Joan Aikens &#8222;Jane Fairfax&#8220; Anleihen genommen haben. Es deuten mehrere Indizien darauf. So scheint Jane Fairfax in dieser Verfilmung sorgfältiger ausgearbeitet als in der Verfilmung mit Gwyneth Paltrow oder der mit Kate Beckinsale, beide als Emma und beide Verfilmung aus dem Jahr 1996. Von der US-Amerikanischen Variante mit Gwyneth Paltrow halte ich &#8211; zugegebenermaßen &#8211; immer weniger. Lediglich Mistress Elton ist dort ein absolutes Highlight. Jeremy Northam als End-Dreißiger Junggeselle ist definitiv zu hübsch, auch wenn er gut und glaubhaft spielt, Toni Colette ist als Harriet Smith, die als ätherische Schönheit beschrieben wird, soweit ich mich erinnere, zu plump und bäuerlich, sodass man von ihr kaum sagen kann, sie hätte den Charme, den Emma einer natürlichen Tochter eines Gentleman zutrauen würde. Was die Verfilmung mit Kate Beckinsale angeht, so halte ich hier die Auswahl der Schauspieler sehr gelungen. Kate ist eine fabelhafte Emma mit einem Tick mehr Eleganz und Charme als die blonde Romola. Auch die Harriet ist mit Samantha Morton gut besetzt. Marc Strong ist schon wieder einen Tick zu attraktiv, wobei das Geschmackssache ist. Der grobe Fehler sind hier die Eltons. Sie sind mir persönlich nicht vornehm genug. Mr. Elton vergisst sich in der Kutsche und zieht lächerliche Grimassen, obwohl er eigentlich seine Angebetete zu bezaubern gedenkt und auch Mistress Elton ist vollkommen daneben. Sie ist nicht etwa affektiert, sondern einfach nur grob unhöflich, laut und ordinär.</p>
<p>Das bringt mich eigentlich zu meinem geheimen Lieblingspaar: Die Eltons. Christina Cole ist eine fabelhaft Augusta Elton. Hübsch und gebildet, eine Frau die vom Typ her Emma und Harriet eigentlich in nichts nachsteht. Der gleiche Typ Frau. Die Ähnlichkeit ist gegeben. Ihr fehlt, was die anderen Frauen haben: Bescheidenheit (Harriet) und Taktgefühl (Emma, die Beleidigung von Miss Bates ist die einzige Ausnahme). Während Emma den Fehler erkennt, weiß Augusta nichts von Fehlern. Sie hält sich für makellos, schon aufgrund ihres Vermögens. Sie ist stets erpicht darauf die erste Geige zu spielen und sie wird der Öffentlichkeit auch so präsentiert. Von ihrem ersten Erscheinen an wird deutlich, dass vieles auch von Mr. Elton arrangiert wird, um Emma zu brüskieren und ein beschauliches Glück nach außen zu tragen. Schade, dass die Eltons so wenig Szenerie haben, leider leider leider. Ein wenig mehr Zickerei zwischen ihnen und Emma wäre genial gewesen, doch das ist nicht in der Vorlage zu finden und würde zudem diese fabelhafte Szenerie in den Bereich einer selbstlaufenden Seifenoper herabsenken. Das ist nicht wünschenswert.</p>
<p>Es gab stets das eine oder andere Highlight und der Eindruck bleibt bestehen, dass die Macher sich in der Tat Anregung bei Joan Aiken geholt hat, denn bei Joan Aiken ist Emma ein wenig linkisch, was ihr jedoch gut steht, schließlich kann man von einer jungen Frau, die ihren Horizont nur auf Highbury und Umgebung hatte ausrichten können, Weltgewandtheit erwarten, wie sie bei beiden anderen hier genannten Emma-Verfilmung aufweist. Diese 2009er Emma hat den Touch eines Mädchens vom Land, was sie mit der Zeit charmant und liebenswert erscheinen lässt.</p>
<p>Alles in allem, ein wunderbarer Film, den BBC wieder auf die Beine gestellt hat und so verfestigt sich die Ansicht, dass die idealen Literaturverfilmung britischer Literatur von der BBC gemacht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Agatha Christie: &#8222;Bertrams Hotel&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 16:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalliteratur]]></category>

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		<description><![CDATA[Agatha Christie: &#8222;Bertrams Hotel&#8220; (30. September 2010 &#8211; 02. Oktober 2010) Man kann von einer Autorin nicht alles kennen. So ist nun einmal der Lauf der Dinge. So habe ich von diesem Roman aus der Feder Agatha Christies zuvor noch nie etwas gehört. Erstmals kam dieses Buch in Großbritannien 1965 heraus und zählt so zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=232&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Agatha Christie: <em>&#8222;Bertrams Hotel&#8220;</em></h2>
<p><em>(30. September 2010 &#8211; 02. Oktober 2010)</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img title="Bertram Christie" src="http://i956.photobucket.com/albums/ae41/Ricarda_07_Bilder/Buchcover/ChristieBertram.jpg" alt="" width="240" height="240" /><p class="wp-caption-text">Agatha Christie: &quot;Bertrams Hotel&quot;</p></div>
<p>Man kann von einer Autorin nicht alles kennen. So ist nun einmal der Lauf der Dinge. So habe ich von diesem Roman aus der Feder Agatha Christies zuvor noch nie etwas gehört. Erstmals kam dieses Buch in Großbritannien 1965 heraus und zählt so zu den Spätwerken der Autorin. Dieses Mal geht es nach London. Miss Marple hat sich endlich einmal dazu überreden lassen, das Angebot ihrer Nichte und ihres Neffen Joan und Raymond West anzunehmen, die sich sicher waren, dass ihre Tante sich über ein wenig Urlaub vom Alltag freuen würde. Sie hatten Recht und Miss Marple nimmt dieses Angebot gerne an. Sie bekommt zwei Wochen Urlaub vom Alltag in St. Mary Mead. Sie wünscht sich, zwei Wochen im Bertrams Hotel in London zu verbringen, wo sie als Kind gemeinsam mit ihrem Onkel das eine oder andere Wochenende verbracht hat. Nun sind seit der Zeit Jahre in Land gegangen und so manches Hotel ist der Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges anheim gefallen. Einige wurden wieder aufgebaut und furchtbar modernisiert. Lediglich das Bertrams Hotel zeigt sich seinen Besuchern noch wie zu Zeiten von Queen Victoria. Die amerikanischen Touristen zahlen horrende Summen, um das Leben im Hotel wie zur guten alten Zeit zu erleben. Doch etwas scheint faul zu sein.</p>
<p>Miss Marple spürt so etwas natürlich. Allerdings ist ihr Spürsinn hier eher aufgrund ihrer Erfahrung von Bedeutung. Sie weiß, dass etwas nicht ganz richtig ist und sie spürt aus der Beobachtung heraus, dass hinter dem perfekten Stubenmädchen, dem idealen Butler, den Bilderbuch-Gästen, die in ihrer Summe das klassische Bild eines Hotels der späten Viktorianik widerspiegeln, mehr steckt als der Wunsch nach Nostalgie. Und dem ist auch so. Ins Rollen gerät die Geschichte, als ein zerstreuter Geistlicher mit einem Mal verschwindet. Niemand hat ihn gesehen, nur Miss Marple glaubt ihn in der Nacht auf der Treppe gesehen zu haben. Kann sie sich irren? Wohl kaum. Oder doch? Einige Zeit später taucht der Geistliche mit einer Gehirnerschütterung außerhalb Londons wieder auf. Man sagt, er hätte einen Autounfall gehabt und litte nun unter einer Gehirnerschütterung. Doch das ist nicht alles. Auch ein junges Mädchen, eine reiche Erbin, und die lebhafte Vorgeschichte ihrer Mutter spielen eine Rolle. Eines ist beim Lesen jedenfalls sicher: In Bertrams Hotel geht so einiges nicht mit rechten Dingen zu. Als es am Ende auch noch zu einem Toten kommt, ist es mehr als offensichtlich, dass etwas nicht koscher ist.</p>
<p>Die Geschichte ist recht kurzweilig, obwohl die Handlungsstränge erst gegen Ende des Buches zusammenlaufen und beim Lesen leicht der Eindruck entsteht, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Beide hätten getrost separate Erzählungen ergeben können, da die Verstrickung der Elemente lediglich durch zwei Personen erfolgt. Anfangs scheint es, als würde die Geschichte in der Rubrik Episodengeschichte laufen, Episoden und Einzelschicksale von Menschen, die sich in einem nostalgischen Hotel durch Zufall oder auch gewollt begegnen. Dass dem nicht so ist, wird zwar rasch klar, doch bleibt die Frage bestehen, warum Agatha Christie ungeklärte Raubüberfälle, einen verschwundenen und wieder aufgetauchten Geistlichen, eine schicksalshafte Mutter-Tochter-Beziehung, eine unschickliche Liebesbeziehung zwischen selbiger Tochter und dem Liebhaber der Mutter, sowie ein Hotel aus längst vergangener Zeit mit einander kombiniert. Wer Agatha Christie kennt &#8211; nun ja, vom Lesen natürlich &#8211; dem wird rasch klar, dass sie nichts ohne Grund tut. So achten man als Leser auf jede noch so kleine Kleinigkeit und rät in einer Tour mit. Dennoch ist auch hier die Auflösung des einen Falles sehr sehr &#8230; nun, man möchte fast sagen &#8230; unlogisch, da die Nachvollziehbarkeit fehlt.</p>
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		<item>
		<title>Agatha Christie: „Der Todeswirbel“</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:13:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ricardaknits</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>

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		<description><![CDATA[Agatha Christie: &#8222;Der Todeswirbel&#8220; (18. September 2010 &#8211; 20. September 2010) Von diesem Roman, wobei ich dazu neige, ihn eher als Erzählung zu sehen, hatte ich bis dato noch nichts gehört. Allerdings war der Klappentext äußerst viel versprechend. Es geht um Intrigen, vertauschte Identitäten, Mord, Totschlag, Betrug &#8230; nun eben alle das, was einen netten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ricardasbooks.wordpress.com&amp;blog=9161556&amp;post=227&amp;subd=ricardasbooks&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Agatha Christie:<em> &#8222;Der Todeswirbel&#8220;</em></h2>
<p><em>(18. September 2010 &#8211; 20. September 2010)</em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img title="Christie Todeswirbel" src="http://i956.photobucket.com/albums/ae41/Ricarda_07_Bilder/Buchcover/ChristieTodeswirbel.jpg?t=1285229342" alt="" width="300" height="300" /><p class="wp-caption-text">&quot;Agatha Christie: Der Todeswirbel&quot;</p></div>
<p>Von diesem Roman, wobei ich dazu neige, ihn eher als Erzählung zu sehen, hatte ich bis dato noch nichts gehört. Allerdings war der Klappentext äußerst viel versprechend. Es geht um Intrigen, vertauschte Identitäten, Mord, Totschlag, Betrug &#8230; nun eben alle das, was einen netten Agatha Christie Krimi ausmacht. Und viel versprechend begann er auch, der Fall des Todeswirbels.</p>
<p>Man stelle sich England gegen Ende des 2. Weltkrieges vor. Eine Gruppe an Herren verbringt den Alarm im Schutzbunker ihres Clubs und ist gezwungen, die weitschweifigen Ausführungen eines ausgedehnten Majors über sich ergehen zu lassen. Dieser berichtet über die &#8222;tragische&#8220; Liebesgeschichte eines guten Freundes in Afrika, der aus Liebe zu seiner Frau sie hat gehen lassen und mit dem Gedanken gespielt hat, den eigenen Tod nur vorzutäuschen, um ihr eine Wiedervermählung zu ermöglichen. So zog er es auch durch. Er ließ seine Frau gehen, blieb selbst im Busch von Nigeria und starb einige Zeit darauf an Malaria. Sie war frei und konnte wieder heiraten. Das tat sie auch. Sie heiratete den reichen Gordon Cloade, der um so vieles älter war als sie. Ihr Bruder stieß zum frisch vermählten Ehepaar und so reisten alle drei nach London. Dort angekommen, wurde das Haus von einer Bombe getroffen. Gordon Cloade starb, das Ehepaar, welches in seinen Diensten stand ebenfalls, das irische Dienstmädchen auch und die Geschwister überlebten, schwer verletzt. So weit so gut. Der alte Major berichtet weiter, dass der erste Mann der Witwe Cloade durchaus auch hätte wieder auftauchen können, unter dem Namen Enoch Arden. (In Anspielung auf eine Ballade von Alfred Lord Tennyson, in der ein toter Mann wieder zurückkehrt.) Jedenfalls hört das natürlich ein Bruder des im Bombenhagel umgekommenen Gordon Cloade mit.</p>
<p>Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wird Hercule Poirot von einer recht merkwürdigen, spirituell veranlagten Dame namens Cloade aufgesucht. Sie möchte ihn engagieren, um herauszufinden, ob der erste Ehemann von Mrs. Gordon Cloade nicht doch noch lebt. Poirot verweigert die Annahme des Falles, allerdings wird er einige Tage später durch einen Zeitungsartikel erneut mit der Nase auf den &#8222;Fall&#8220; Cloade gestoßen. Es interessiert ihn schon, wie ein Mann names Enoch Arden denn ums Leben gekommen ist und vor allem, wer hatte ein Motiv? Die ganze Frage dreht sich ums Motiv.</p>
<p>Hercule Poirot ist in dieser Geschichte eigentlich nur Staffage, wenn man so will. Er taucht kaum auf, ist dennoch bestens informiert und das dumpfe Gefühl des Lesers verlässt diesen durch das gesamte Buch nicht. Niemand stellt sich in dem Buch die Frage, ob die Personen wirklich die sind, für die sie sich ausgeben. Dabei wird der Leser bereits in der frühen Erzählung des alten Major Porter auf diese Möglichkeit gestoßen. Warum sonst sollte Agatha Christie einen Außenstehenden aufzählen lassen, welche Personen in dem Haus der Cloades ums Leben gekommen sind, wenn in einer solchen Situation lediglich der Tod des Hausherrn und das Überleben der Ehefrau sowie dessen Bruder von Bedeutung ist. Es ist doch eigentlich unwichtig bzw. bedeutungslos, dass ein weiteres Ehepaar und ein Mädchen ums Leben gekommen sind, wenn es eigentlich genügen würde zu sagen, dass das gesamte Personal gestorben ist. So liegt es auf der Hand, dass es durchaus um vertauschte Identitäten geht. Wobei es wirklich verwundert, dass niemand an der Identität der Witwe zweifelt, sondern nur an der Identität des Bruders, denn wiederholt wird die Beziehung zwischen den Geschwistern hinterfragt.</p>
<p>Dass die Familie ein Interesse daran hat, sich die Witwe und deren Bruder vom Hals zu schaffen, liegt auf der Hand, denn sie haben sich stets auf den vermögenden Gordon Cloade verlassen und er hat dieses Vertrauen auch gefördert. Durch die Ehe wird ein altes Testament ungültig und es war keine Zeit, ein neues aufsetzen zu lassen. So kommt eines zum anderen. &#8230;</p>
<p>Interessant und sehr informativ waren für mich beim Lesen die angedeuteten Probleme, die die Kriegsheimkehrer hatten. Frauen, die beim Hilfsdienst waren und im Gegensatz zu ihren daheim gebliebenen Liebsten einen großen Teil der Welt gesehen haben, kehren zurück und haben sich verändert. Männer, die nicht an die Front gingen, durch wie auch immer geartete Gründe, sehen sich mit Spott konfrontiert und mit dem Vorwurf, sich feige vor dem Krieg gedrückt zu haben. Von Lebensmittelmarken ist die Rede, die in den Hotels verlangt werden, um die Versorgung der Gäste zu gewährleisten. Am Rande werden Einschränkungen in der Produktion von Kleidung und Wäsche erwähnt. Beschränkungen im Luftverkehr, sodass nur derjenige weite Reisen unternehmen darf, der wirklich wichtige Geschäfte vorweisen kann, ansonsten sind Flugreisen nach Amerika kaum zu bekommen.</p>
<p>Ansonsten kann ich nicht wirklich mit der üblichen Begeisterung über diesen Agatha Christie Krimi schreiben. Er ist zwar nicht gerade langweilig, doch fehlt das gewisse Etwas, das bereits durch den Mangel an Auftritten von Hercule Poirot normalerweise gewährleistet ist. Die Lektüre an sich bereue ich nicht, mein dumpfes Gefühl hat sich zu 75% bewahrheitet, obwohl der Prozess, wie Hercule Poirot auf die nicht ganz so offensichtlichen Zusammenhänge gestoßen ist, recht fadenscheinig ist. Nein, es taucht kein geheimes Testament oder fragwürdiger Brief auf, der die Dinge aufklärt. Eigentlich sind im Buch alle Hinweise enthalten, jedoch entweder so versteckt, dass sie erst im Nachhinein auffallen oder aber so offensichtlich, dass sie leicht überlesen werden.</p>
<p>Der Roman erschien 1948 unter dem Titel &#8222;Taken at the Flood&#8220; in Großbritannien und ist der 23. Fall der Hercule Poirot.</p>
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